An einem Donnerstag machen wir uns nach Dänemark auf, um dort die Hamburger Fahnen bei einer 3-Etappenfahrt über zwei Tage zu vertreten. In Vejle angekommen, werden wir in einer Jugendherberge untergebracht, von der wir bequem zum Start fahren können.
Unsere Mannschaft setzt sich aus folgenden Fahrern zusammen: Mathias Jankowski (RSC Lüneburg), Lukas Kaczmarowski (RSC Blankenese), Peter Lemke (Harburger RG), Oliver Stock (SV Dassow 24) und Philip Kaczmarowski als Betreuer.
Am dänischen Feiertag fahren wir als erste Etappe ein Rennen über 5 große Runden und insgesamt 157 Kilometer. Auf dem Kurs gibt es zwei Hügel: der eine lang und der andere steil. Nach dem langen Zieher kam man oben auf die Windkante, was für viele Fahrer zum Verhängnis wurde. Der steilere Anstieg zwei Kilometer vor dem Ziel wird von vielen Fahrern für Attacken genutzt. Leider können wir keinen unserer Renner in der entscheidenden 12-köpfigen Fluchtgruppe platzieren.
Aufgrund der Härte des Rennens hatten wir mit Peter sogar nur einen Fahrer im Verfolgerfeld, Lukas mußte aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, Olli und Janko fahren in einer abgehängten Gruppe ins Ziel.
Da es noch andere Rennen in verschiedenen Kategorien gab, wurden wir immer wieder von befreundeten Dänen angefeuert, oftmals mit einem Fragezeichen im Gesicht, warum wir denn nicht wie gewohnt in der B, C oder H30 Klasse am Start stehen...
Nachdem wir in unserer Unterkunft festgestellt hatten, daß unser Rückstand gar nicht so groß war, freuen wir uns auf das Zeitfahren am nächsten Tag: keiner wollte in der internen Wertung der Schlechteste sein!
Es war am Sonnabend zwar mit 14° C etwas kühler, aber dafür hatten die Schauer aufgehört. Als wir am Start standen, warteten wir darauf, daß der Marco-Fahrer auf die Strecke über 12 Kilometer geschickt wird. Als dann ein Däne, der sich vor uns im Klassement befindet, plötzlich losfuhr, standen wir etwas hilflos fragend vor dem Kommissär. Dieser erklärte uns, er hätte die Namen aufgerufen, und niemand sei gestartet.
Etwas komisch war das schon, da wir direkt neben ihm standen, mit dänischer Gelassenheit bekamen wir ein „No worry!“ zu hören und wurden zu einer anderen Zeit auf die Runde gelassen. Da Lukas unser Zeitfahrtrumpf sein sollte, war es umso ärgerlicher, daß er gestern schon abreisen musste. Im Hinblick auf die Etappe am Nachmittag, hatten wir aber doch noch die Möglichkeit, uns doch einmal vorne zu zeigen.
Mit einem 800 Meter langen Anstieg auf der sechsmal zu fahrenden Runde von heute Morgen konnten wir und auch viele andere nicht viel anfangen – wir fuhren zu dritt in der abgehängten Hälfte des Feldes. Immer mehr Dänen beenden vorzeitig das Rennen, so daß wir schließlich einen überschaubaren Haufen gebildet hatten und in der Gesamtwertung mehr als 10 Plätze gutmachen konnten.
Es gewann der Fahrer Anders Lund von der CSC-Talentschmiede Team PH (GSIII) vor einem Polen von Dominscout Sniezka Loby (GSIII).
Wir zogen die Erkenntnis, daß dänische Rennen Anfang Mai für uns noch ein wenig zu hart sind...probierten aber unser Glück am Sonntag beim Kopfsteinplaster-Kriterium in Dassow.
Einen Erfolg konnten wir dennoch verbuchen: unser Betreuer Philip wurde wieder vom Radsportfieber gepackt und sollte im September bei einigen Trainingsrennen gesehen worden sein. Mal sehen was dann 2005 kommt.