Ein Rennbericht von Oliver Stock
Am Ende der Saison entscheiden Peter und ich uns sehr kurzfristig, das Jahr mit einem weiteren Höhepunkt zu beenden. Wir nehmen das Angebot des Veranstalters an und reisen nach Dakar. Da dies wirklich sehr plötzlich geschieht, können wir leider keine komplette Mannschaft zusammenstellen und werden so als Duo herzlich willkommen geheißen.
Bei Temperaturen um 30° C akklimatisieren wir uns in der Hauptstadt Senegals sehr schnell bei angenehmer Unterbringung im Olympiastützpunkt der Schwimmer. Soll heißen: nach den Ausfahrten haben wir die Möglichkeit, uns im 50 Meter Becken bei sehr behaglicher Wassertemperatur zu entspannen. Eine wirklich gute Vorbereitung auf eine Rundfahrt.
Nach einer kleinen Ausfahrt am Morgen, mit der wir uns die Beine auflockern, geht es am Nachmittag in die Innenstadt zum Prolog. Hier gab es noch kleine Organisationsschwierigkeiten mit der Nummernausgabe und den Startzeiten, aber dieses bleint dann auch die Ausnahme.
Die Strecke ist einfach zu fahren: Straße hoch, Straße runter. Also drei Mal anlatschen und schon wieder fertig. Wir haben spätere Startzeiten und nutzen so die Zeit, uns den Kurs eingehend anzusehen.
Peter kann davon sehr gut profitieren und schneidet super ab: er wird sechster! Ich bin einige Sekunden langsamer und lande auf dem 29. Platz.
Es gewinnt der Italiener Raffaele Illiano (ITA) von Colombia Selle Italia (GSII).
Von unser Unterkunft fahren wir heute zusammen mit der holländischen Mannschaft Snell Isostar zum Start. Auch sie sind der Meinung, daß es ein schnelles Rennen geben wird, welches für die gesamte Rundfahrt eine Vorentscheidung bringen könnte.
Nachdem wir vor dem Präsidentenpalast Aufstellung genommen haben, schütteln alle Fahrer dem Sportminister u.a. Wichtigkeiten des Landes die Hände. Mit besten Wünschen werden wir auf die Landesdurchfahrt entlassen und es geht neutral bis zum Ortsausgang.
Dort angekommen gibt es noch eine kurze Anweisung des verantwortlichen Kommissärs – natürlich auf französisch – und es wird gestartet. Dieses versuche ich allerdings verbal zu verhindern, da Peter sich gerade mit einem Defekt bei den Materialwagen um ein Ersatzhinterrad bemüht. Trotz einiger Verständigungsprobleme, verzögere ich den Start und es können alle Fahrer mit heilen Reifen losfahren.
Die ersten 20 – 30 Kilometer werden sehr human gefahren, als dann aber die Straße durch einige Hügel führt, geht das Tempo hoch und einige Fluchtgruppen entstehen. In einer Gruppe, die später 2:20 Minuten Vorsprung im Ziel hat, ist Peter vertreten und kann so seine Platzierung im Gesamtklassement unter den ersten Zehn behaupten.
Ich selbst komme eine Gruppe danach ins Ziel und freue mich, ebenfalls noch vor dem Hauptfeld zu sein und dem bisherigen Spitzenreiter satte 3 ½ Minuten abzunehmen.
Es gewinnt der Holländer Peter van Agtmaal (NED- GSIII-Fahrer von AXA) und übernimmt das Gelbe Trikot des Spitzenreiters.
Danach geht es zur Unterkunft und wir begehen einen Fehler, der uns die unangenehmste Nacht unseres Lebens beschert:
Da der Veranstalter einen Sportpark mit Appartementhütten für die Nacht organisiert hat, in denen teilweise nur ein Bett steht, beschweren wir uns beim Quartiermeister. Dieser kann dieses Problem erst gar nicht verstehen, schickt uns dann aber in die Unterkünfte, die auf der anderen Straßenseite liegen.
Dort bekommen wir ein 4-Bett Zimmer mit Ventilator. Dieser fällt aber nach kurzer Zeit aus, so daß die Luft nicht zirkulieren kann und wir bei über 30° C Raumtemperatur schlimmer schwitzten als in der Sauna. Wahrscheinlich sind wir nicht die ersten, denen in diesem Raum heiß wurde, denn die Schaumstoffmatratzen haben einen sehr eigenen Geruch...
Dazu kommt noch der ein oder andere Moskito, so daß die Einstiche und das Surren einen nicht einschlafen ließen. Am nächsten Morgen zähle ich allein an meinem rechten Bein 86 Stiche...
Als wir dann diese Unterkunft verlassen, sind wir froh, wieder Rennen fahren zu dürfen, denn es geht ja fort von diesem Ort, hin zu einem anderen, mit richtigem Bett, Klimaanlage, sauberen Laken und Badezimmer.
Obwohl wir heute Nacht nur gedöst und nicht geschlafen haben, fahren wir ganz gut mit. Auf Anfrage der Holländer beteiligten wir uns sogar ein wenig an der Verfolgung einer Ausreißergruppe, stellen aber schnell fest, daß dann das Bedürfnis zu Trinken in etwa drei Mal so hoch ist, als wenn man sich versteckt.
Nach ca. 120 Kilometern gibt es zum dritten oder vierten Mal an diesem Tag eine Baustelle, welche dazu führt, daß das Feld zerfäll. Während Peter sich vorne halten kann und den Anschluß mit seinen Mitstreitern ans Hauptfeld schafft, fahre ich weiter hinten und winke, wenn jemand mit seinem Materialwagen nach vorne fährt...
Peter kann den 13. Platz im Klassement halten, ich fahre mit 10 Minuten Rückstand ein und freue mich, daß das Hotel direkt neben der Zielankunft liegt.
Jetzt ist erstmal eine kurze Dusche, ein Happen Essen und vor allem ein gesunder Mittagsschlaf angesagt!
Es gewinnt Denis Sosnovshchenko (RUS) von Colombia Selle Italia.
Am Nachmittag bummeln wir kurz durch die Stadt, um ein bißchen Zusatzverpflegung zu organisieren. Dabei werden wir durch einen überdachten Basar geführt, worin ein buntes Treiben herrscht, welches Peter zu einem Foto animiert. Er hätte es lieber nicht tun sollen, denn einige Frauen mißfällt dieses aufgrund ihrer Religion derart, daß unser einheimischer Führer sie nur schwer davon abhalten kann, die Polizei zu rufen.
Auf der heutigen Etappe wollen wir uns nicht wieder unnötig in einer Baustelle abhängen lassen, so daß wir von an Anfang an vorne fahren. Die Taktik scheint soweit aufzugehen, nur gerät man hier vorne allerdings schnell in Versuchung mit zugehen, und tatsächlich folge ich nach halber Renndistanz kurzerhand einem attackierenden Senegalesen.
Wir fahren schnell 2 Minuten Vorsprung heraus, ich muss dafür aber überdurchschnittlich viel Kraft einsetzen. Da uns Getränke aus den Autos der Offiziellen gereicht werden, kommt die Hoffnung bei mir auf, wir können uns längere Zeit vor dem Feld halten. Da aber hinten doch richtig gearbeitet wird, ist unsere Flucht bereits nach 30 Kilometern zu Ende.
Nach einer weiteren Baustelle können sich vier Fahrer absetzen, deren Vorsprung im Ziel zwar nur drei Sekunden beträgt, aber schließlich doch erfolgreich abgeschlossen wird.
Der Franzose Nicolas Verots (FRA) von Saint Chely D'apcher konnte sich im Sprint gegenüber seinen drei Fluchtgefährten durchsetzen.
Nach einer kühlen Erfrischung mit ein oder zwei koffeinhaltigen Limonaden setzten Peter und ich uns aufs Rad und fahren die 45 Kilometer nach Thies zur Unterkunft zurück, und umgehen damit dem Transfer inklusive Radtransport. Das lockert die Beine und verkürzt die Wartezeit aufs Abendessen.
Diesmal bekommen wir nach kurzer Rücksprache mit dem Quartiermeister eine Unterbringung auf der besseren Seite, daß hier die Klimaanlage nicht funktioniert stört uns trotz 30° Celsius nur wenig.
Heute steht wieder eine der gefürchteten Kurzetappen an: aufgrund der geringen Distanz gibt es keine Einrollphase und es geht gleich zur Sache. Nicht unbedingt unsere Sache.
Als wir also aus dem Ort herrausfahren und mit über 50 Sachen in einen Hügel reinknallen, sehe ich zu meinem Erstaunen ein weiß-blaues Nordland-Hamburg Trikot in der Spitze mitmischen. Nicht schlecht, aber leider zu früh, wie sich kurze Zeit später herausstellt.
Das Tempo bleibt die ganze Zeit hoch, als es hügelig wird, können sich einige Ausreißer erneut absetzen – und Peter ist dabei! Aber leider wird auch diese Gruppe wieder gestellt. Als dann 7 Mann angreifen, bleibt es im Feld ruhig und wir ärgern uns ein wenig, nicht dabei zu sein.
Es gewinnt Stephane Botherel (FRA) Comite Du Morbihan.
Auch heute geht es mit dem Bus zurück nach Thies und wir sind diesmal dabei. Lediglich mein Lenkerband ist hinterher arg mitgenommen. Dafür können wir aber die gute Stimmung während des Transports miterleben.
Obwohl morgen rennfrei ist, haben wir kein großes Verlangen, am Abend einen Gang ins Internetcafe oder Ähnliches zu unternehmen. Wir begnügen uns mit Radputz, Wäsche waschen und einem kleinen Bummel über den örtlichen Markt.
An einem wirklich heißen Tag mit Temperaturen von über 40° Celius fahren wir uns ein bißchen die Beine aus, gönnen uns eine Pizza und erholen uns.
Peter verläßt bei seiner Ausfahrt die Hauptstraße und gelangt an eine Ansiedlung von mehreren Hütten. Dort wird er herzlich willkommen geheißen und zum Mittag eingeladen. Die Familien haben sicherlich nicht viel zu Essen, aber trotzdem bieten sie einem völlig Fremden an, es mit ihnen zu teilen. Peter ist von der Gastfreundschaft überwältigt. Nach einigen Fotos und einer Unterhaltung mit Händen und Füßen, wird ihm dann die älteste Tochter des Bürgermeisters zur Heirat angeboten. Er muss vor der Ablehung natürlich nicht überlegen, da er ja in festen Händen ist.
Nach einer Woche im Senegal haben wir mittlerweile den Speiseplan verinnerlicht: morgens ein wenig Baguette, mittags Reis mit Huhn und abends Nudeln. Ein wenig Abwechslung, wie es bei der italienischen Mannschaft durch Eigeninitiative erreicht wird, wollen wir in Zukunft auch zeigen.
Heute steht das längste Teilstück auf dem Programm, wir sind aber durch den Kauf einiger Milchbrötchen bestens präpariert.
Noch im Startort Thies gibt es die erste Attacke; es wird den ganzen Tag nie wirklich gebummelt.
Am Ortsausgang machen wir aber eine wirklich neue Erfahrung, als das Tempo aufgrund von Heuschrecken ein wenig verlangsamt wird: etwa 10 Kilometer lang durchfahren wir einen riesigen Heuschreckenschwarm, der uns die Sicht nimmt, den Himmel verdunkelt und bis zum Horizont überall zu sein scheint. Durch das Überfahren der Insekten, hört man die ganze Zeit ein Knacken. Und obwohl wir gut im Feld versteckt sind, fliegen uns die Viecher in kurzen Abständen an den Helm, ins Gesicht und Trikot. Das ist wirklich sehr unangenehm und für uns wirklich unglaublich, daß es dann so lange dauert, bis wir endlich heraus sind.
An der Spitze gibt es unterschiedliche Ausreißer, die aber nie aus Sichtweite des Feld entkommen können. Erst kurz vor Schluß gelingt es einigen Fahrern, sich abzusetzen: Denis Sosnovshchenko (RUS) von Colombia Selle Italia kommt allein als Sieger in St. Louis an.
Peter und ich erreichen im Hauptfeld dieser Etappe, welche mit einem 43er Schnitt gefahren wird, aber wegen der guten Straßen und des geringen Profils nie wirklich anstrengend ist, das Ziel.
Im Etappenort übernachten wir in einer Stadt, die am Meer liegt und von den Franzosen zur Zeit des Beginns der Luftpost berühmt wurde. Am Abend habe ich dann die Möglichkeit, von einer französischen Physiotherapeutin, die hauptsächlich nach den Lehren der Kineseologie arbeitet, behandelt zu werden. Meine Beine fühlen sich hinterher wirklich gut an, so daß ich ihr augenzwinkernd verspreche, am nächsten Tag, auf Sieg zu fahren.
Vom Hotel rollen wir die zwei Kilometer bis zum Stadtausgang, wo der Startschuß fallen wird. Nach der Einschreibkontrolle suchen wir schnell den Schatten auf, da auch am heutigen Tag sehr heiße Temperaturen herrschen.
Nach der gestrigen Massage fühle ich mich tatsächlich so gut, daß ich ein wenig nervös werde, als eine größere Fluchtgruppe ohne mich unterwegs ist. Sie wird aber nach 40 Kilometern wieder eingeholt. Danach fahre ich sehr aufmerksam vorne im Feld herum und erwische auch die nächsten Ausreißer. Wir kommen schnell auf über eine Minute Vorsprung, es läuft aber nicht richtig rund, da die beiden Fahrer von Selle Italia nicht fahren dürfen. So erreichen wir mit nur wenigen Sekunden Vorsprung den Wendepunkt, der direkt vor einem Palast des Präsidenten liegt.
Durch das hohe Tempo habe ich bereits mein Wasser verbraucht, so daß ich nach hinten muß, um mich zu versorgen. Da meine Fluchtgefährten und ich gerade vom Feld eingeholt werden und niemand das Tempo hochhält, erwarte ich in diesem Moment eigentlich keine Attacken. Da täusche ich mich aber!
Plötzlich geht vorne die Post ab, so daß ich froh bin, überhaupt wieder ins Feld zu kommen, leider ohne Flaschen. Es entsteht eine Gruppe, die den späteren Sieger stellen wird – Pech für mich und meine guten Beine.
Schließlich kann ich doch noch eine Trinkflasche ergattern, aber weil sehr schnell gefahren wird, bin ich unerwartet in der Ortsgruppe, ohne Materialwagen und somit ohne weitere Verpflegung. Die Motivation ist hin und ich rolle mit zwei einheimischen Fahrern und großem Durst vor mich her. Noch 50 Kilometer bis ins Ziel und meine Flaschen sind alle. Hätte besser laufen können.
Vorne bei Peter sieht es um einiges besser aus: obwohl er seine gute Platzierung unter den ersten 15 mittlerweile verloren hat, ermöglicht mir diese Situatuon erst meine heutigen Attacken.
Sieger wird heute erneut Raffaele Illiano (ITA) von Colombia Selle Italia.
Im Ziel treffen wir uns und fahren gemeinsam zum Hotel „La Poste“, in dem wir nun die zweite Nacht mit Klimaanlage und gutem Essen verbringen dürfen. Vorher gibt es aber wegen meines großen Durstes erst mal eine große Flasche eisgekühlte Koffeinlimo.
Während ich den Nachmittag nutze, um mich von meinen Krämpfen zu erholen, besichtigt Peter die Stadt. Bemerkenswert, daß mein Kapitän immer noch Energie bereitstellen kann, bei enormer Hitze, wie ein Tourist durch die Stadt zu schlendern.
Am Morgen fahren wir mal wieder mit dem Bus. Diesmal geht es nach Louga, zu dem Punkt, wo wir gestern gewendet haben. Wir betreten den Palast, um unsere dort abgestellten Räder abzuholen. Bei der Gelegenheit werfen wir einen Blick in die verschiedenen Räume, in denen es aussieht, wie ein Museum: überall stehen Schnitzereien und sonstige handgefertigte Kostbarkeiten.
Der Hausmeister dürfte aber im Urlaub sein, die Klospülung funktioniert nämlich nicht!
Der Start verzögert sich dann ein wenig, weil einige Fahrer der holländischen Mannschaft den Bus verpasst haben und nun mit dem Taxi nachkommen.
Das Rennen ist eigentlich relativ schnell erzählt: wir fahren in gleichmäßigem Tempo bis Kilometer 100, danach steigt die Geschwindigkeit wegen verschiedener Attacken und ich lande in einer der hinteren Gruppen. Kurz vor Thies müssen wir dann wieder das gleiche Spiel erleben, wie vor drei Tagen – es sind immer noch Heuschrecken unterwegs. Weil ich jetzt aber nicht im großen Feld unterwegs bin, fahre ich so langsam, daß die Biester beim Aufprall nicht so weh tun. Dieses unangenehme Gefühl werde ich wohl so schnell nicht vergessen.
Kurz vor dem Ziel gönne ich mir den Spaß, und attackiere meine Gruppe mit den Franzosen von St. Brevin, genau der Mannschaft, mit der ich im Frühjahr 2005 an der Kamerunrundfahrt teilnehmen sollte.
Es gewinnt Denis Sosnovshchenko (RUS) von Colombia Selle Italia.
Nach sieben Etappen ist nicht mehr so viel Kraft vorhanden, nach einer langen Saison freuen sich daher mit mir die meisten Europäer, daß heute das letzte Teilstück ansteht.
Die knapp 50 Kilometer bis zum Startort legen wir heute nicht mit dem Rad zurück, wir werden ein weiteres Mal transferiert. Das Rennen beginnt ruhig, erst vor den Toren Dakars starten die Attacken.
Mir geht es gar nicht gut und ich lasse meine Leute aus der abgehängten Gruppe ziehen, was zur Folge hat, daß ich plötzlich ein Offiziellen-Fahrzeug vor mir und den Besenwagen hinter mir habe: es geht trotzdem nicht sonderlich gut voran, weil die Straßensperre nach der Durchfahrt des Tourtrosses zu schnell wieder aufgehoben wurde.
Zu allem Überfluß verfahren sich meine motorisierten Begleiter und ich komme schließlich von der falschen Seite auf das Ziel zu. Brav melde ich mich beim WA und bekomme auch die Zeit des Vorletzten, da man einsieht, daß die 25 Minuten, die ich für die letzten 5 Kilometer benötigt habe, nicht meinem Potential entsprechen.
Peter wartet bereits mit einer Flasche Cola auf mich, wir machen noch ein Foto und kümmern uns dann um unsere Sachen, die auf mehrere Begleitwagen verteilt sind.
Das Raffaele Illiano (ITA) von Colombia Selle Italia seinen dritten Erfolg hier in Senegal feiert, ist für uns gerade sekundär, denn wir müssen uns um unsere Sachen kümmern, bevor es dunkel wird. Danach setzen wir uns mit unseren Rädern in den Bus, der uns zum Olympiastützpunkt bringen soll. Eine kurze motivierende Diskussion mit dem Fahrer und es geht ab durch die Stadt, im wahrsten Sinne des Wortes. Wahrscheinlich wären wir mit dem Rad schneller in unserer Unterkunft gewesen, aber mir ist das egal, weil ich ohnehin seit gestern Abend nichts essen kann.
Wir freuen uns auf die Erholung, die fast überstandenen Strapazen lassen die Regeneration schneller erscheinen. Ein Stadtbummel nach dem morgigen Kriterium sollte schon drin sein.
Zu unserem ersten Nach-Tour-Kriterium haben wir uns nicht viel vorgenommen, ich sogar noch weniger als Peter: meine Magenverstimmung ist nicht besser geworden, so daß ich auf einen Start verzichten muß.
Als Begleiter habe ich nun die Möglichkeit, einige Fotos zu machen und Peter auf die richtige Taktik auf diesem Kurs hinzuweisen. Mit einer neutralen Runde haben wir allerdings nicht gerechnet, so daß unser Vorhaben keine Umsetzung findet.
Irgendwie scheint bei den meisten Teilnehmern die Luft raus zu sein, das Feld zersplittert in viele Gruppen, es gibt ständig Überrundungen und Fahrer, die das Rennen vorzeitig beenden. Zum Schluß stehen mehr Renner am Streckenrand, als auf dem Kurs fahren.
Hinterher verabredet man sich mit den Fahrern der anderen Mannschaften für die abendliche Feier und gibt ein wenig Geld bei den fliegenden Händlern aus.
Auf unserer Bude angekommen, ziehen wir ein Resümee über diese Veranstaltung und fangen trotz unser müden Beine und des späten Jahreszeitpunktes an, neue Pläne zu schmieden– es werden also auch im nächsten Jahr einige Abenteuer für Nordland-Hamburg zu bewältigen sein.