Nordland Hamburg Radsport
Nordland Hamburg Radsport
Nordland-Hamburg in english  
Nordland-Hamburg auf deutsch

Skandinavien Expedition


Nach einem überaus sonnigen Frühjahr in Marokko und Tunesien zog es uns diesmal in den kühlen Norden nach Dänemark und Norwegen.

Vom 3. – 5. Juni nahmen wir am Dan Bolig Cup in Greve / Kopenhagen teil, danach ging es weiter über Schweden nach Honefoss zum Ringerike Grand Prix vom 8. – 12. Juni 2005.


Dan Bolig Cup

Bei durchweg anständigen Temperaturen ging es zum Auftakt am Freitagabend in einem Rundstreckenrennen 25 mal einen ca. 800 Meter langen Zieher hoch. Das Tempo war kontinuierlich hoch, so daß Peter und Olli nach der Häfte des Rennens mit einigen anderen Fahrern den Anschluß verloren und schon am ersten Tag einen Rückstand hinnehmen mußten.

Da unsere Mannschaft durch einen kurzfristigen Ausfall nur aus drei Mann bestand, hatten wir mit Thijs nur noch einen Fahrer, der zumindest theoretisch im Klassement mitmischen konnte. Der Schnellste Sprinter war heute Martin Pedersen von GLS.

Die Unterkunft samt Duschen befand sich in einer Schule, wo wir sehr familiär verpflegt wurden. Um 21:30 Uhr wurde uns sogar noch planmäßig Kaffe und Kuchen serviert. Wir wurden dann recht schnell müde, waren aber trotzdem die letzten, die im Schlafsack verschwanden. Spätestens als wir kurz vor Mitternacht den Kompressor zum Aufpumpen der Luftmatratzen benutzten, waren unsere vorbildlich früh ins Bett gegangenen Konkurrenten wieder wach.

Die zweite Etappe wurde dann nach einem enorm reichhaltigen Frühstück in Angriff genommen. Der Wind hatte vorher ein wenig aufgefrischt, was man südlich der Elbe sicherlich Sturm nennen würde. Dadurch gab es auch eine ganze Reihe kleinerer Gruppen, die das Ziel erreichten. Thijs war heute wieder unser Bester. Es gewann wieder ein Fahrer von der Mannschaft GLS, diesmal Jacob Moe Rasmussen.

Unsere Beine fühlten sich am Sonntag schon sehr morsch an, aber es sollte zumindest trocken bleiben. Nach 110 Kilometern waren Peter und Olli in einer abgefallenen Gruppe und gaben das Rennen nach 130 Kilometern auf, da diese Gruppe nach dem Zieldurchlauf nur noch aus 4 Mann bestand. Insgesamt haben nach drei Tagen nur 40 von mehr als 100 Startern das Ziel erreicht, Thijs wurde hier 19. im Klassement.

Gesamtsieger wurde Jacob Moe Rasmussen, der auch das dritte Teilstück für sich entschied..

Wir waren froh, noch vor dem einsetzenden Regen zur Unterkunft zu kommen und nicht auf den Schlüsselnotdienst warten zu müssen, wie es eine unglückliche Mannschaft aus Holland traf, deren Autoschlüssel abgebrochen war... Schließlich mußten wir rechtzeitig am Flughafen in Kopenhagen sein, um unseren belgischen Freund Karel abzuholen.

Versorgt mit einigen gut gefüllten Verpflegungsbeuteln vom Veranstalter Greve CC fuhren wir nach unserer Mittagsverpflegung (Lasagne und Kuchen) los.


Ringerike Grand Prix - UCI Kategorie 2.2

Nach zwei Nächten in einem schwedischen Wanderheim fuhren wir die restlichen 500 Kilometer nach Honefoss, wo wir bis Sonntag in einem Hotel direkt am Sundoyafjord untergebracht wurden. Olli ließ sich von dem Namen (Sundoya Fjordhotel) allerdings nicht abschrecken, und schickte unseren Fahrer erst mal auf einen Berg, auf den unser Wagen fast ausnahmslos im zweiten Gang bewegt werden mußte. In dem Ort kurz unter dem Gipfel angekommen, konnte man uns unsere Unterkunft mit dem Finger zeigen, wir waren schließlich hoch genug für einen schönen Überblick.

Am Mittwoch ging es dann bei warmen 21° C auf zur ersten Etappe. Mit hohem Tempo fuhr man in den ersten Berg, der das Feld in zwei große Gruppen teilte. Peter, Olli und Nathan gehörten leider nicht dazu, da diese bei der Anfahrt zur Bergwertung schon abgehängt waren. Wir fuhren unseren eigenen Stiefel, ohne von des anderen Schicksal zu wissen. Wir mussten lediglich einige Minuten Verspätung auf die zweite Gruppe hinnehmen, da diese sehr gebummelt hatten. Dieses war dann auch der Grund, warum Karel losfuhr, um ein wenig Zeit gut zu machen, im Ziel waren es dann immerhin sechs Minuten.

Durch Ollis Verspätung hatte wohl niemand mit ihm gerechnet, so daß er nicht in der Ergebnisliste auftauchte, was wir erst am nächsten Morgen erfuhren. Deshalb konnte er dann nicht zur zweiten Etappe starten. Dumm gelaufen.

Am zweiten Tag ging es dann sportlich aus der Stadt heraus, die Attacke zum scharfen Start wurde von Karel gefahren. Leider erfolglos. Nach der ersten Stunde oder 48 Kilometern ging es einen Hügel hoch, auf dessen Kuppe deutlich über 50 Stundenkilometer gefahren wurde. Zum Fotograf befördert, konnte Olli sich dieses aus der ersten Reihe mit ansehen, vergaß aber, ein Foto zu schießen...

Schließlich mußte er auch Peter anfeuern, der am Ende des Feldes mächtig kämpfte, um den Anschluß zu halten. Diese Mühe war aber überflüssig, da das komplette Feld wenige hundert Meter nach dem Anstieg für eine Pinkelpause anhielt. Wenn man das vorher gewußt hätte...

An der zweiten Bergwertung nach 110 Kilometern erwischte es ihn doch, mit seiner Gruppe blieb er aber problemlos innerhalb der Karenzzeit. Unsere drei Mannschaftskollegen fuhren alle im Feld, dessen Sprint erneut von Martin Pedersen von GLS gewonnen wurde.

Ab Freitag mußten wir unsere Frühstücksdauer ein wenig verkürzen: bisher hatten wir von 8:00 bis 10:30 Uhr im Speisesaal gesessen. Da aber die Starts nun um 12:00 Uhr stattfinden sollten und wir die 12 Kilometer zum Start mit dem Rad zurücklegen, wird es wohl einen Kaffee weniger geben.

Die dritte Etappe ist mit 129 Kilometern zwar die kürzeste, hat aber einen 8 Kilometer langen Schlußanstieg zu bieten, der die Fahrer auf die Skistation Norefjellgata führen sollte.

Im Rennen gibt es heute zum ersten Mal eine bedeutende Fluchtgruppe mit vier Fahrern, die zwischenzeitlich mehr als 3 ½ Minuten Vorsprung herausfahren. Es gibt aber im Feld genügend starke Mannschaften, die nichts anbrennen lassen und die Ausreißergruppe nach 50 Kilometern Flucht kurz vor dem Anstieg stellen. Schade für Karel, der die Farben von Nordland-Hamburg bei dieser Attacke vertreten hatte.

Er beendet dieses Teilstück mit Nathan und Thijs ohne größere Probleme. Peter kämpfte heute wieder enorm, da er aber nach der Verpflegungskontrolle an einem 4 Kilometer langen Zieher abgehängt wurde, hatte er schon einen Großteil seines Pulvers vor dem Berg verschossen. Trotzdem fuhr er einen strammen Tritt bergauf, konnte aber nicht mehr innerhalb der Zeitkontrolle den Zielstrich erreichen.

Der Sieger heißt Chris Anker Sörensen vom Team Designa Køkken, der das Führungstrikot übernehmen darf.

Der vierte Ritt des Ringerike GP`s führte auf verschiedene Hügel in der Nähe von Honefoss, so daß man die Gelegenheit hatte, das Feld öfter an verschiedenen Stellen vorbeikommen zu sehen.

Zum dritten Mal wurde der Start- und Zielort nach Süden verlassen, zum zweiten Mal attackierte unser belgischer Freund sofort mit dem Startschuß. Es sieht zunächst gut aus, da er zwei Gefährten hat, die aber wohl noch nicht oft genug den Kreisel am Ortsausgang durchfahren haben. Der Führende dieser Gruppe wählt den Weg außen herum, so daß ein 200 Meter Vorsprung vom innen herum fahrenden Feld wieder lachend egalisiert werden kann.

Das Lachen sollte aber noch so manchem Renner an diesem Tag vergehen. Immer wieder hoch und runter, dann eine kurze Verschnaufpause, in der sich sieben Fahrer lösen können. Mit in dieser Gruppe fährt unser Thijs. Er fährt 70 Kilometer in dieser Ausreißergruppe, bis Teile des Feldes heranrauschen und alle stehen lassen.

Durch einen Sturz hatte sich mehrere Gruppen gebildet, die bis zum Ziel nicht mehr zusammen fanden. Mit einem Doppelerfolg von Martin Pedersen und Jacob Moe Rasmussen vom Team GLS geht bereits der dritte Sieg an diese starke Truppe.

Am Schlusstag sollte nun endlich der gefürchtete Riperbakken von den Rennern erklommen werden. Dieser steile Anstieg im Zentrum von Honefoss hat ca. 25% Steigung und führt in der Regel auch die Entscheidung in der Gesamtwertung herbei.

Ein Blick aus dem Fenster am Morgen lässt so manchen Fahrer fluchen: es regnet heftig. So steigen schon vor den Finalrunden viele Fahrer aus dem Sattel. Auch Nathan geht der erhöhten Sturz- und Erkältungsgefahr aus dem Weg.

Karel und Thijs quälen sich Runde für Runde bei unangenehmen Temperaturen durch die Stadt, bis es auch für sie die Steilwand hoch geht. Bedingt durch die äußeren Bedingungen gibt es allerdings so viele Gruppen und Grüppchen, daß ihnen die letzten Runden erspart bleiben, da sie kurz vor einer Überrundung stehen.

Durch ihre guten Leistungen an den Vortagen werden sie bei der Zieldurchfahrt vom Sprecher dem Publikum vorgestellt, es fallen ihre Namen und Nordland-Hamburg Tyskland. Zum Ende gibt es weniger als 85 Radrenner, die gewertet werden. Mit zwei Fahrern, die ins Klassement gefahren sind, glauben wir, eine gute Mannschaft an den Start gebracht zu haben. Auch wenn bei der starken Konkurrenz der Kontinental- und Nationalmannschaften nicht viel auszurichten war.

Die Finaletappe geht wiederum an eine dänische Mannschaft, diesmal an Glud & Marstrand Horsens mit dem Norweger Roy Hegreberg. Den Gesamtsieger stellt die norwegische Mannschaft Sparebanken Vest mit Are Andresen.

Für uns geht nach 10 Tagen Skandinavien der Aufenthalt langsam zu Ende und wir rüsten uns nach angenehmen und sehr schönen sonnigen Tagen für die Heimreise. Die nie dunkel werdenden Nächte und die klare Luft über den Fjorden hat uns die Tage immer wach und hungrig gehalten. Wir alle haben sehr lustige Tage gehabt und freuen uns schon auf das nächste Abenteuer.

Am Start waren Peter Lemke (Harburger RG), Oliver Stock (SV Dassow 24), Karel Pattyn (Antwerpen CF), Nathan Dahlberg (Marco Polo) und Thijs Poelstra (Oldenzaale WC) als Aktive und Andres Lecko (Kalev Choclate Estonia) als Sportlicher Leiter.